Volume Eating auf Vietnamesisch bedeutet nicht, den ganzen Tag nur ölfreien Salat zu essen. Es geht darum, Gerichte mit großem Volumen zu wählen – Suppen, gedünstetes Gemüse, nộm (vietnamesischer Salat), bún (Reisnudeln) mit frischen Kräutern – damit der Magen gefüllt ist, während die Gesamtkalorien unter dem Bedarf bleiben und so ein nachhaltiges Defizit entsteht. Du isst weiterhin „Hausmannskost“, änderst aber die Mengenverhältnisse und die Zubereitung.
Setze das direkt um mit dem Beispielwochenplan im 7-Tage-Sattessen-Abnehmplan. Wenn dich nach 21 Uhr das Verlangen packt, lies weiter unter Macht spätes Essen dick?.
Warum kannst du satt essen und trotzdem im Defizit bleiben?
Das Sättigungsgefühl hängt stark von Volumen, Protein, Ballaststoffen und Wasser ab, nicht nur von der Kalorienzahl. Eine Schüssel Kürbissuppe + 200 g gedünstetes Gemüse + 120 g Reis + 120 g Fisch kann genauso satt machen (oder sogar mehr) wie eine Portion Reis mit gegrilltem Schweinekotelett und Softdrink – aber der Energieunterschied ist enorm.
- Gemüse und Suppe: wenig kcal, viel Wasser.
- Mageres Protein: hält lange satt, schützt die Muskeln im Defizit.
- Reis/bún in moderater Menge: befriedigt die vietnamesische Vorliebe für Kohlenhydrate.
- Wenig Frittieröl und Softdrinks: Hier schleichen sich die Kalorien am schnellsten ein.
Das Defizit zählt im Wochenschnitt, nicht durch eine „saubere“ Mahlzeit und dann am nächsten Abend All-you-can-eat-Grill.
Volume Eating auf Vietnamesisch: Die Werkzeuge
1. Suppe ist dein Verbündeter
Canh chua cá (sauer-scharfe Fischsuppe), Kürbissuppe, canh rau ngót (Suppe mit Süßblattspinat), Pilzsuppe… als Vorspeise helfen, langsamer zu essen. Mäßig salzen; wenig Zucker und möglichst kein Fettfilm obenauf. Eine Schüssel Suppe hat meist nur ca. 40–80 kcal, wenn wenig fettes Fleisch enthalten ist.
2. Gemüse dämpfen/kochen vor dem Braten
Rau muống (Wasserspinat), Kohl, Kürbis, Zucchini, grüne Bohnen – gekocht oder gedämpft, mit etwas Fischsauce oder wenig kho quẹt (würzige Dip-Sauce). Beim Braten nur 5–8 ml Öl pro Portion statt einer halben Kelle. Schätzung: 200 g gekochtes Gemüse ~50–70 kcal; die gleiche Menge gebraten mit viel Öl kann doppelt bis dreifach so viel haben.
3. Nộm und hausgemachter Salat
Nộm mit Papaya, Gemüsesalat, Gurken-Tomaten-Salat mit Limette–Knoblauch–Chili–etwas Fischsauce. Mayonnaise oder süße Saucen sparsam verwenden. Nộm sorgt für Knackigkeit und das Gefühl, „viel zu essen“.
4. Bún, phở (vietnamesische Nudelsuppe), miến (Glasnudeln) – richtig angepasst
Du musst nicht darauf verzichten. Bitte einfach um viel Gemüse, ausreichend mageres Fleisch, wenig Nudeln und trinke die klare Brühe. Schweineblut, wenig frittierte Teigstangen, die fettige Brühe nicht austrinken, wenn du stark im Defizit bist. Eine gut angepasste Schüssel kann ca. 450–600 kcal (geschätzt) enthalten statt 800–1.000.
Frittieren ersetzen durch Grillen/Dämpfen/Anbraten
| Stattdessen | Wechsel zu | Tipp |
|---|---|---|
| Knusprig gebratenes Hähnchen | Gedämpftes/gegrilltes/angebratenes Hähnchen | Haut entfernen, wenn bereits gekocht oder frittiert |
| Viele Frühlingsrollen | Weniger chả lụa (vietnamesische Wurst)/gedämpfte Garnelen | 1 Rolle genießen, wenn du den Geschmack magst, aber nicht gleich einen ganzen Teller |
| Gebratener Reis Dương Châu | Weißer Reis + Spiegelei + Gemüse | Ölmenge besser kontrollierbar |
| Pommes frites | Gekochte/gebackene Süßkartoffel | Macht satt, weniger Fett |
| Gemüse in viel Öl gebraten | Gekocht oder kurz mit wenig Öl gebraten | Mit Pfeffer, Knoblauch, Chili würzen |
Beispielteller: Defizit, aber trotzdem voll
- ½ Schüssel Gemüse + Suppe
- 1 Portion Protein in Handflächengröße (Fisch, Hähnchen, Tofu, Ei)
- Reis oder bún in Faustgröße (zum Abnehmen) oder etwas mehr (zum Gewicht halten)
- Kräftige Würze, aber wenig Zucker
An Trainingstagen bleibt Gemüse und Suppe gleich, du kannst nach dem Training etwas mehr Reis oder Obst statt Frittiertem essen.
Fallen, die dich „falsch satt“ machen und das Defizit ruinieren
- Zero-Softdrinks helfen manchen, aber salzige/süße Snacks haben trotzdem viele Kalorien.
- Nüsse sind gesund, aber 30–40 g Erdnüsse/Cashewnüsse haben schon ~180–240 kcal – also nicht „gedankenlos“ beim Film schauen knabbern.
- Süße Dips, süße Sojasauce, Mayo: erst probieren, dann nur mit der Stäbchenspitze dippen.
- Frühstück auslassen und abends Buffet: Das Volumen am Abend kann den ganzen Tag sprengen.
Ein Beispieltag „voller Teller“ mit ca. 1.700–1.900 kcal
Morgens: 2 gekochte Eier + Tomate + Gurke, ungesüßter Tee. Mittags: 140 g Reis, 120 g geschmorter Fisch, viel gekochter rau muống, Kürbissuppe. Nachmittags: Joghurt oder ein Apfel. Abends: 120 g Reis, gedämpfte Hähnchenbrust, nộm mit Papaya, Gemüsesuppe. Großes Volumen, du bist leistungsfähig, weil es weiterhin Reis und Protein gibt, aber Fett und Zucker bleiben niedrig.
Am Wochenende im Restaurant gilt die gleiche Logik: mehr Gemüse bestellen, um weniger Öl bitten, Frittiertes teilen, Wasser trinken. Volume Eating ist eine Fähigkeit, die du auch auswärts nutzen kannst, nicht nur zu Hause.
Nach 2–3 Wochen wirst du merken, dass das Sättigungsgefühl eher von einem vollen Gemüse-Suppen-Teller kommt als von dem „schweren“ Gefühl nach Frittiertem. Dann wird das Defizit alltagstauglich – ohne das typische „Hungern und dann alles über Bord werfen“.
Häufige Fragen
1. Führt viel Gemüse dazu, dass mir beim Training die Energie fehlt?
Wenn du schwer trainierst und dich schlapp fühlst, erhöhe lieber Reis/Kartoffeln und Protein, statt mehr Öl zu verwenden. Auch beim Volume Eating brauchst du rund ums Training genug Kohlenhydrate.
2. Macht Suppe nur kurzfristig satt und dann schnell wieder hungrig?
Suppe sättigt kurzfristig; kombiniere sie mit Protein und festem Gemüse. 5–10 Minuten vor dem Essen ein Glas Wasser oder Suppe hilft, langsamer zu essen.
3. Muss ich jede Kalorie genau zählen?
Das ist nicht zwingend. Wiege ein paar Tage, um die Portionen zu lernen, dann nutze die Tellerregel und ein Fototagebuch. Wenn das Gewicht nach 2–3 Wochen nicht sinkt, reduziere leicht Reis oder Öl – aber nicht das Gemüse komplett streichen.
Dieser Artikel dient nur als allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beratung durch Arzt oder Ernährungsberater. Menschen mit Diabetes, Schwangere, Personen mit Essstörungen oder Verdauungsproblemen benötigen einen individuell angepassten Ernährungsplan.



